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Freitag, 13. Juni 2014

Eine Kanutour auf dem Takhini River

Montag, der 09.06., war unser 2. Freier Tag. Heute sah das Wetter vielversprechender aus und die Sonne schien schon am frühen morgen.
Also packten wir unsere Sachen und wurden nach dem Frühstück auf unseren Wunsch zu einem Platz weiter stromaufwärts des Flusses gefahren - inklusive Kanu.

Nachdem wir dort angekommen waren ging es auch ganz schnell los, ab ins Boot und losgepaddelt - vor uns lagen ca. 56 Kilometer Strecke auf dem Fluss.
Da es flussabwärts ging und der Fluss an sich sehr flach, breit und ruhig war, war das ganze keine schwere oder anstrengede Angelegenheit. Aber die Tatsache den ganzen Tag lang zu paddeln, war doch zumindest nicht ganz so einfach.

Die Aussicht war wunderschön und außer 2 Häusern auf der gesamten Strecke und einer Brücke, war kein Zeichen von Zivilisation zu sehen. Neben ein paar Vögeln und Fischen sahen wir sogar einmal ein Stachelschwein.


Los geht's!


weiter Fluss mit toller Aussicht





Stachelschwein





Nach 9 Stunden und 15 Minuten, wundervollen Aussichten, viel Sonne und ein wenig Sonnenbrand kamen wir dann auf die Farm zurück - pünktlich zum Abendessen (bzw. Zum Nachtisch).
Dabei lernten wir auch Leah kennen, die neuste Wwooferin, die für 3 Wochen hier bleiben wird.

Nach dem Abendessen gingen wir ziemlich schnell schlafen - 9 Stunden im Kanu paddeln fordern dann doch ihren Tribut ;)

Ein ganz feierloser Pfingstsonntag...

Diesen Sonntag (08.06.) hatten wir erneut keinen freien Tag - diesmal auf Wunsch von uns. Denn das Wetter schien nicht sehr gut zu sein und wir wollten unseren freien Tag lieber mit schönem Wetter nutzen.

Pfingsten scheinen die Leute hier - oder zumindest die Bewohner der Farm - nicht zu kennen. Zumindest haben sie auch auf Nachfrage und Erklärung nichts mit “Pfingsten” anfangen können... Sehr ungewohnt, aber verkraftbar ;)

Also halfen wir morgens Barbara und nachmittags Bill mit der Arbeit. Nachdem wir erneut einen der Gemüsegärten und die Gewächshäuser gegossen hatten, stellten wir mit Barbara im Gewächshaus einen Drahtzaun auf, an dem dei Gurken hochwachsen sollen. Außerdem befestigten wir Schnüre an der Decke, von denen kleinere Schnüre zu den Tomatenpflanzen befestigt werden sollen, damit auch die Tomaten an etwas hochklettern können.


schöne Aussichten zu jeder Tageszeit


Nach dem Mittagessen wollten wir Bill dabei helfen die Rohre für das Bewässerungssystem für die Haskaps auf einen Anhänger zu laden. Das ganze war dann aber relativ chaotisch, weil Bill keinen richtigen Plan zu haben schien. So fuhren wir erst auf ein Feld, um den Anhänger an den Traktor zu kuppeln. Dann zu den verschieden großen und langen Rohren, wo Bill auffiel, dass er nicht wusste, wie viele Rohre wir brauchten.
Dann fuhren wir auf das Haskaps Feld, in der entgegengesetzten Richtung, um die Distanz zwischen Fluss, bzw Pumpe am Fluss und den Haskapspflanzen auszumessen.
Nachdem das geschafft war, fuhren wir zurück zu den Rohren, wo wir einen Teil der Rohre auf den Anhänger luden.
Danach wollten wir eigentlich noch mehrere kleine Rohre aufladen, aber dann fiel Bill auf, dass er weder genug Rohre hat, noch den Adapter, womit er die größeren mit den kleineren Rohren verbinden kann.
Im Endeffekt, haben wir also immernoch kein Bewässerungssystem angeschlossen - was die nächsten Tage wieder Bewässerung per Hand bedeutet.
Also, schrecklich unorganisiert und chaotisch der ganze Nachmittag und für mich definitiv verschwendete Zeit. Aber solange das als Arbeitszeit zählt, kann es mir ja egal sein ;)



Boo folgt dem Truck unermüdlich...


Der Abend war dann erneut entspannt und ohne besondere Vorkommnisse.




(Fun) Facts über den Yukon:

- Wetter: Zu sagen, im Yukon wäre das Wetter unbeständig, ist noch untertrieben.
Das Wetter und die Temperatur können im Laufe des Tages unglaublich oft und schnell wechseln.
Ein Beispiel: Zwischen tagsüber und nachts hatten wir an einem Tag 23° Celsius unterschied! Oder: Nachdem es heute abwechselnd warm und kalt war, die Sonnenschein und es mal regnete, find es plötzlich nachmittags einfach an zu hageln!










- Tageszeiten: Der Tag hier im Norden ist ein weniger länger als bei uns in Deutschland. Sonnenuntergang: ca. 11:30. Sonnenaufgang: ca. 3:30. Dunkelheit: nie.

- Mückenpopulation (hier Moskitos genannt): Awful!! Einfach schrecklich. Ich traue mich nichtmal meine Mückenstiche zu zählen, aber bei gefühlten 1000 Mücken, die permanent um mich herummzuschwirren scheinen, ist es kein Wunder, dass mein ganzer Körper übersäht mit furchtbar juckenden Stichen ist...

Ein schöner Abend

Am Samstag, den 07.06., ging es dann nach dem Frühstück nochmal auf das Haskaps-Feld. Da das Bewässerungssystem nach wie vor nicht angeschlossen ist, müssen die kleinen Pflänzchen weiter von Hand gewässert werden - bzw. mit dem Traktor mit Wassertank-Anhänger.
Auch einen der Gemüsegärten und die Gewächshäuser gossen wir, bevor es Mittagessenszeit war.

Nach dem Mittagessen verkündete uns Barbara, dass wir uns den Rest des Tages freinehmen konnten - yippie! :)

Nach ein bisschen relaxen, E-Mails checken, Blogeinträge verfassen etc., machten wir uns nach dem Abendessen auf dem Weg zu einem überschwemmten Bach, hinter einem der Felder - ein kleiner Spaziergang von ca. 2 Kilometer Länge.
Dor angekommen sahen wir schon 2 der Bieberbauten. Also setzten wir uns an das Gewässer, genossen die Abendstimmung und hofften darauf, zumindest einen Bieber zu Gesicht zu bekommen.

Und wir hatten Glück: Wir sahen bis zum Ende des Abends 5 verschiedene Bieber, die in den kleinen Bach-See herumschwommen - es war richtig toll!
Wir genossen den Abend sehr und freuten uns an dem Schauspiel der Natur.



schöne Aussicht auf dem Weg zu den Biebern


erste Zeichen von Biebern







Ein freier Tag und eine schöne Wanderung

An diesem Freitag (06.06.) hatten wir endlich unseren ersten freien Tag. Und mit ihm konnten wir schönsten Sonnenschein genießen.
Nach einem guten Frühstück, machten wir uns auf, den “Frog Mountain” zu erklimmen.
Emanuel hatte schon am Mittwoch Abend den linken Gipfel bestiegen, heute wollten wir uns an den rechten, etwas höheren machen.


Der Frog Mountain


Dafür gingen wir als ersten zum Fluss und fuhren mit dem Kanu ans andere Ufer.
Dort angekommen und das Kanu sicher an Land gezogen, gingen wir los - durch ein großes Stück Wald, bis zum Fuß des Berges.


Start durch das erste Waldstück


Von dort aus gab es weder Weg, noch Pfad, noch Trail. Also hieß es drauf los und den einfachsten Weg nehmen, der uns vor die Nase kam.
Auf dem Weg nach oben haben wir außerdem immer wieder kleine Beeren (“Juniper”) gesammelt. Barbara hatte uns am Morgen gebeten, welche mitzubringen, wenn wir auf den Berg gehen, da sie nur an den Hängen und auf dem Gipfel des Berges wachsen.


Juniper-Beeren am Busch


 Nach ca. 2 1/2 Stunden kamen wir zum Gipfel des Berges, und die Aussicht, die schon auf dem Weg immer schöner wurde, war einfach toll: Man konnte auf die Farm und das Grundstück gucken, die Landschaft und die Berge in beinahe jede Richtung bestaunen und dem Takhini-River sich weit durch das Gebiet schlängeln sehen.

Auf dem Weg nach oben...


Fun-Faktor durch ein paar steile Abschnitte


Aussicht auf den Takhini River

 
Die Ranch von oben


Wir machen eine lange Pause inklusive Mittagessen und machten uns danach auf den Rückweg.
Der Weg zurück durch den Wald war dann nicht ganz so einfach zu finden, denn es gab erneut keinen Trail und wir mussten irgendwann wieder auf den Weg finden, der uns zum Fluss und Kanu zurückführen würde. Wir hatten uns blöderweise nicht genug zu Trinken mit eingepackt, was bei sonnigem und heißem Wetter nicht so schlau war.
Aber wir kamen dann doch ohne Probleme wieder zum Fluss, fuhren auf die andere Seite und waren gegen halb 5 wieder zurück auf der Farm.

Wir hatten einen schönen Ausflug gehabt und genossen den ruhigen und entspannten Abend. Ein perfekt genutzer freier Tag!

Ein langer Arbeitstag

Nach einem guten Frühstück fing ein weiterer Arbeitstag an (Donnerstag, 05.06.). Auf dem Plan stand zunächst um- bzw. Einpflanzen von Kohl in einen der Gemüsegärten.
Dazu kam das Vorbereiten von einem Platz für ca 25 Schulkinder, die die Farm heute besuchen würden und das Zuschneiden von Teppichen, die als Pfad zwischen den Beeten in den Gärten genutzt werden.

Am Nachmittag gossen wir dann die Pflanzen in den Gewächshäusern und die gepflanzten Haskaps auf dem Feld - da das Bewässerungssystem noch nicht aufgebaut ist, müssen wir die Planzen alle mit Hand, bzw mit dem Wasser-Traktor bewässern, da es im Moment sehr sonnig und heiß ist.


Auf dem Weg zum Feld


Am Ende des Tages kamen wir auf ca. 8 Stunden Arbeitszeit, was für eine wwoofing-Vereinbarung viel zu viel ist. Aber das sollten wir ausgeglichen bekommen - ich bin mal gespannt, ob das klappt.

Am Abend konnten wir dann aber noch entspannen, eine warme Dusche und ein leckeres Abendessen genießen.
 

Sonnenuntergang am Fluss


Abendlicher Besuch an unserem Zelt..





Der nächste Tag würde unser erster freier Tag werden und darauf freuten wir uns schon sehr!

Haskaps pflanzen: Done!

Mittwoch, 04.06., war es dann mittags geschafft: alle kleinen Haskaps waren gepflanzt - Juhu!

Mit unserem tollen System waren wir in ca. 1 1/2 Stunden mit den restlichen 5 Boxen fertig und freiten uns, dass wir es endlich hinter uns hatten.
Die nächsten Tage werden wir dann wohl noch weiter Kreise um die Pflanzen haken müssen und ein Bewässerungssystem aufbauen, aber immerhin hatten wir diese langwierige Arbeit geschafft.


Nach dem Mittagessen ging es dann an andere Arbeit:
Emanuel pflanzte mit Mark in einem der Gemüsegärten kleine Kartoffeln und ich bewässerte mit Kim in den 2 Gewächshäusern die Pflanzen und jähtete etwas Unkraut.
Dabei konnte ich mich viel mit ihr unterhalten, was ich sehr cool und interessant fand.
Kim und Mark (25 und 27) sind beide Kanadier (Kim ist aus Ontario und Mark aus BC, Vancouver) und haben ihre jeweilige Arbeit bzw ihr Studium aufgegeben, um sich einen Camper zu kaufen, dem langweiligen und immergleichen Alltag zu entfliehen und durch Kanada zu reisen. Ihr ursprünglicher Plan war es in einem Sommer (so ähnlich wie wir) durch Kanada zu touren und zu wwoofen. Auf der Circle D Ranch (wo wir gerade sind) haben sie dann das Angebot bekommen “interns” zu werden, also ein halbes Jahr auf der Farm zu leben, zu arbeiten und alles zu lernen. Da die beiden überlegen nach ihrer Reise selbst eine Farm zu gründen, nahmen sie das Angebot an und haben inzwischen schon viel lernen können.

Am späten Nachmittag waren wir dann fertig, genossen eine warme Dusche und ein gutes Abendessen.
Den restlichen Abend verbrachte ich damit endlich nochmal ein paar Einträge für meinen Blog zu verfassen und Emanuel machte einen Ausflug zu einem Berg, direkt gegebüber der Farm, aber auf der anderen Seite des Flusses (“Frog Mountain”).
Ich wäre gerne mitgekommen um ein bisschen die Umgebung zu erkunden, habe mich aber nicht fit genug dafür gefühlt. Ich warte lieber auf einen Tag, an dem die Arbeit nicht so anstrengend ist und ich mich dementsprechend gut fühle ;)



Aussicht von der Ranch auf die Umgebung


Das Ende kommt endlich in Sicht!

Auch wenn wir erst 2 volle Tage an dem Pflanzen der Haskaps gearbeitet haben - so langsam reicht es mir und uns!
Stunden über Stunden Arbeit und noch so viel vor uns...

An diesem Dienstag, 03.06., schafften wir erneut insgesamt 12 Boxen - und das in ca. 5 Stunden. Wir haben es langsam echt drauf ;)

Und das Beste: Am Ende des Tages hatten wir schon fast die Hälfte der letzten Reihe bepflanzt!
Da es eine ungerade Anzahl an Reihen gibt, bepflanzten wir die letzte Reihe zu 4.
Und mit einem super ausgeklügelten System schafften wir das in Rekordzeit!
Wir mussten zwar immer wieder mit dem Traktor und Anhänger stoppen, aber nicht wir vorher alle ca. 15 bepflanzten Löcher, sonder alle ca. 40!

Wir starteten damit gemeinsam die Löcher mit Kompost zu befüllen und zeitgleich schonmal die Pflanzen aus den Boxen und ihren Hüllen zu holen und neben die Löcher zu legen - so ging das bepflanzen danach viel schneller.
Während Mark mit dem Traktor losfuhr, füllte Emanuel mit dem Schlauch die Löcher mit Wasser, ich füllte die Löcher mit etwas Erde und mixte das Ganze zeitgleich mit einer Schaufel. Kim pflanzte die Haskaps dann ein und bedeckte die mit Erde. Nach einer gewissen Distanz hielt Mark dann an und fing an von hinten die Haskaps mit etwas Kompost zu bestreuen, während Kim und ich weiter pflanzten, bzw die neuen Pflanzen vorbereiteten und Emanuel die neuen Löcher mit Kompost füllte.
Ihr seht - wunderbar ausgeklügeltes System, dass richtig gut funktionierte!
Außerdem gab es an diesem Tag wieder Sonne pur - sehr schön, wenn auch noch ein anstrengender Faktor mehr.


Wasser - Kompost - Traktor


Feld mit Haskap - Löchern


Nach dem Tag waren wir wirklich erschöpft, aber glücklich über die geschaffte Arbeit.
Wie gut das Essen nach der Arbeit immer schmeckt ist unglaublich! ;)
Wir hatten also wieder nur einen ruhigen Abend und gingen früh ins Bett. Aber da bald das Ende dieser Pflanzerei in Sicht kommt, hoffen wir auf etwas mehr Zeit und Kraft um noch anderes nach dem Arbeitstag zu machen und zu erleben.

Harte Arbeit und Regen...

Der Montag, 02.06. versprach nicht viel besser zu werden, als unser erster Arbeitstag.
Es hieß wieder Haskaps pflanzen - und diesmal bekamen wir Regen on top!
Aber als Farmer kommst du nicht drum rum deine Pflanzen zu pflanzen, egal bei welchem Wetter - und als Helfer auf der Farm auch nicht ;)

Kleiner Pluspunkt für den Tag: Frühmorgentliches Skypen mit meinem Papa - der hat heute nämlich Geburtstag! Es ist echt schön, wenn man den Kontakt zu Familie und Freunden immer wieder aufrecht erhalten kann, obwohl man so weit voneinander entfernt ist.
Und dann die Möglichkeit von Kanada nach Spanien (auch Papas brauchen mal Urlaub ;) ) mal eben zu telefonieren - echt cool, wie das heute so einfach und gut funktioniert!

Unser (Arbeits-)Tag startete also wieder um 8 Uhr mit Frühstück und danach ging es ab aufs Feld.
Kompost einfüllen, Wasser einfüllen, Erde draufschütten, Pflänzschen auspacken und einpflanzen, Erde drauf verteilen und mit Kompost bedecken.
Übrigens war es Dave’s Aufgabe nach dem Bepflanzen einen kleinen Kreis um die Pflanzen zu rechen - das wäre keine Aufgabe für mich!


Haskap - Löcher mit "Donuts" drum herum


Zur Mittagszeit hatten wir diesmal schon ganze 6 Boxen gepflanzt (also pro Seite 3 Boxen).
Und nach dem Mittagessen schafften wir nochmal 6 Boxen.
Wir waren inzwischen schon ziemlich gut eingespielt und hatten ein gut laufendes System entwickelt - es macht irgendwie Spaß, trotz harter Arbeit schnell voranzukommen und die Erfolge zu sehen.

Außerdem lernten wir an diesem Tag auch Ella kennen, die Enkeltochter von Barbara und Bill, die montags bis mittwochs immer bei den beiden ist, während Rosi, Barbaras und Bills Tochter und deren Mann arbeiten können. Ein sehr süßes Kind, dass aber auch sehr motzig werden kann, wenn es nicht bekommt, was es will.
Aber mit einem wunderbar süßen Lächeln, wenn man sie anlächelt oder ihr ihre kleine Puppe gibt - goldig!

Auch an diesem Abend waren wir nach dem Abendessen nicht mehr in der Lage irgendwas anderes zu tun, als früh schlafen zu gehen.
Was gar nicht so einfach ist, denn hier geht die Sonne im Moment gegen 1 oder 2 nachts unter und gegen 4/ halb 5 wieder auf!

Die Zeiten und die Arbeitsverteilung auf den Tag war bei den anderen Farmen definitiv besser - aber was solls, das ist ein großer Teil des Farm-Lebens und ich finde es irgendwie auch spannend das mitzubekommen und -zu erleben.






Wohnhaus - Front

Boo - Farmhund


5 Tage altes Kalb

Ein anstrengender Arbeitstag

Der nächste Morgen, Sonntag 1. Juni, sollte kein freier Tag werden.
Mit einem gemeinsamen Frühstück und anschließendem aufräumen und spülen startete der Tag.
Danach ging es mit beinahe allen Mann (und Frauen) raus aufs Feld. Dort hatten Barbara, Bill, Dave, Kim und Mark schon vor Tagen angefangen “Haskaps” zu pflanzen, bzw alles dafür vorzubereiten.
Auf dem ca. 500 Meter langen Feld waren 7 Reihen à ca. 430 Löchern gegraben und angelegt worden. Bei unserer Ankunft waren die 5 gerade dabei die 1. und 2. Reihe fertig zu bepflanzen. Das Pflanzen wird mit Hilfe eines Traktors inklusive Anhängers gemacht, auf dem ein großer Wassertank und ein Haufen Kompost ist.
Das System geht wie folgt:
Der Traktor fährt zwischen zwei Reihen entlang, sodass an beiden Seiten gearbeitet wird. Als erstes wird in die vorhandenen Löcher etwas Kompost gefüllt. Dann mit Hilfe vom Wassertank abgehender Schläuche etwas Wasser gefüllt. Danach das Wasser mit dem Kompost und etwas Erde vermixt, sodass das ganze schön matschig wird. Darein wird dann die Pflanze gepflanzt und mit etwas mehr Erde bedeckt. Oben drauf kommt dann noch ein wenig Kompost. Ein sehr aufwendiger und zeitintensiver Prozess, mit dem man trotz 4 Arbeiter gleichzeitig einige Tage braucht, um die 3000 kleinen Bäumchen zu pflanzen.
Nachdem wir gezeigt bekommen haben, wie das ganze funktioniert, haben Kim und Mark an der einen Seite und Emanuel und ich an der anderen Seite weitergepflanzt, bis es Mittagessenzeit war. Dafür sind wir dann mit dem Truck zurück zur Farm gefahren (ziemlich cool, einfach hinten auf der Ladefläche mitzufahren ;) ).


Emanuel bereit zur Abfahrt!


Nach dem Mittagessen ging es dann auch wieder weiter. Insgesamt ca. 6 Stunden Arbeit - und das an einem Sonntag! Aber wir wurden beruhigt, dass das nicht normal ist und das nur der Fall war, weil die Pflanzen schnell fertig gepflanzt werden mussten.
Wir haben am Ende 8 Pflanzenboxen à 60 Pflänzchen zu 4. gepflanzt - nicht schlecht dafür, dass wir das das erste Mal machen finde ich...



Eines der Pferde der Ranch


Traktor auf einem Teil der Ranch



Nach diesem wirklich anstrengenden Arbeitstag, folgte dann auch bald das Abendessen und daraufhin blieb nur noch Zeit und Kraft übrig, um eine kleine “Kanutour” auf die andere Seite des Flusses und zurück zu machen.


Takhini River mit Blick auf den Frog Mountain

unser Kanu...


Insgesamt also ein produktiver, aber nicht sehr entspannter Tag - hoffentlich bleibt das jetzt keine 16 Tage so!

Willkommen in Whitehorse


Wie schnell doch die Zeit hier vergeht! Heute ist schon Samstag, der 31.05., und damit auch das Ende unserer kleinen Camper-Abenteuers erreicht.
Eine unglaublich schöne Zeit, mit wunderschönen Eindrücken und tollen Erlebnissen.

An diesem Morgen machten wir alles für die Abgabe des Campers fertig - packen, putzen, tanken, etc pp..
Dann ging es ab zu Fraserway, zur Übergabe. Nach relativ langer Wartezeit, ging dann die Inspektion und die ganze Abwicklung schnell und ohne Komplikationen vorbei - alles sehr freundlich und sehr kulant. Nur zu empfehlen ;) (Zum Beispiel hatten wir einen kleinen Steinschlag an der Frontscheibe und einiges zerstörtes Geschirr, was aber überhaupt kein Problem war.)

Danach hatten wir noch ca. 3 Stunden Zeit, bis wir von unserem neuen Host abgeholt werden sollten. Die nächste Farm ist ca. 30 Kilometer von Whitehorse selbst entfernt und liegt an dem großen und schönen Takhini River.

Die Zeit bis dahin nutzen wir dann dazu, ein wenig von Whitehorse zu erkunden.
Die Hauptstadt der Provinz “Yukon Territories” ist allerdings keine besonders schöne Stadt. Sie ist vor allem eine Arbeits- und Organisationsstadt, die mehr nützlich, als schön anzusehen ist.
Aber dennoch kann man - wie wir - entlang des Yukons (Fluss) spazieren und die SS Klondike bestaunen. Ein altes Schiff (Sternwheeler), dass zu Zeiten des Goldrausches genutzt wurde und eines der letzten komplett erhaltenen aus der Zeit ist.


Die SS Klondike


Der Yukon


In Whitehorse Downtown sind dann einige Geschäfte, in denen man noch ein wenig bummeln kann.
Wir sind also einmal am Fluss entlangflaniert und durch die Straßen von Downtown zurück, wo wir noch ein kleines Mittagessen zu uns nahmen, bevor wir zurück zur Vermietstation gegangen sind.
Dort warteten wir dann auf unsere neuen Hosts, die uns dort abholen wollten.
Nach ein paar Minuten Verspätung kam dann Jim vorgefahren, ein guter Freund von Barbara und Bill - unseren neuen Hosts - der auf der Farm lebt und arbeitet.
Mit ihm sind wir dann kurz noch in die Stadt gefahren, wo er kurz etwas erledigen und kaufen mussten und dann zur “Circle D Ranch”.
Eine riesig große, kommerzielle Farm, die unter anderem Obst, Gemüse, Heu und Fleisch produziert und neben der Selbstversorgung verkauft. Bill und Barbara haben ein sehr großes Grundstück, an dem direkt der Fluss vorbeifließt. Aus diesem können sie zum Beispiel bequem und kostenlos Wasser zur Bewässerung für die Farm beziehen.
Neben Kühen, (ca. 15), Hühnern (11) und Pferden (30), haben sie zwei größere Gemüsegärten, 2 Gewächshäuser, sehr viel Weideland, und ein riesiges Feld.
Außerdem viele kleinere und mittelgroße Häuschen, die sie vermieten.


Aussicht von der Ranch auf den Takhini River


Nachdem wir Barbara, Bill und 3 weitere Wwoofer begrüßt hatten, die noch auf dem Feld arbeiteten (das Feld ist ein wenig von dem Wonhaus entfernt), zeigte uns Jim noch die anderen Teile des Grundstücks.
Danach mussten wir mit Jim’s und Dave’s (einer der Wwoofer) Hilfe, unsere Unterkunft für die 16 Tage unseres Aufenthalts aufbauen: Ein größeres Wohnzelt, dass mit Hilfe zusammengesetzter Eisenstangen aufgebaut wird. Fertig sieht das ganze wie ein weißes kleines Haus-Zelt aus.
Kleinere Nachteile: Zu Fuß braucht man ca. 5-10 Minuten bis zum Wohnhaus, das ganze ist natürlich nicht beheizt, wird also des nachts relativ kalt und es gibt natürlich auch weder Strom und Wasser.
Aber wir werden uns dort ja auch nur zum schlafen aufhalten und alles andere im Wohnhaus bereit gestellt bekommen.


Unser "Wall Tent"


Nachdem wir also das Zelt aufgebaut hatten, unsere Sachen reingestellt und uns ein wenig eingerichtet hatten, zeigte uns Barbara noch das Wohnhaus und das Bad, was wir benutzen konnten.
Danach gab es dann noch Abendessen in großer Runde im Wohnhaus (Barbara und Bill, Jim, Dave, Kim und Mark (Langzeit-Wwoofer), und wir zwei). Es war sehr köstlich und wir probierten das erste Mal Karibu-Fleisch, dass hausgemacht war.


Nach dem Abendessen und nachdem wir alle und alles ein wenig kennengelernt hatten, ging es auch bald schlafen. Die erste Nacht war zwar relativ kalt, aber als Pfadfinder sind wir das ja gewohnt ;)


Unser Zelt bei Sonnenuntergang